Ein Blick in die Zukunft der Energie – Wasserstoff hautnah erleben

Im März 2026 durften die ehrenamtlichen Wasserstofflotsinnen und -lotsen einen spannenden Einblick in die Welt der Forschung am Wasserstoffcampus der Hochschule am Campus Göppingen gewinnen. Schon nach der Begrüßung ging es direkt dorthin, wo Zukunft entsteht: ins Wasserstoff-Labor.

Im Reinraum arbeiten Prof. Wörner und Prof. Joost gemeinsam mit ihren Teams an einem der zentralen Bausteine der Energiewende – hochentwickelte Membranen für Brennstoffzellen und Elektrolyseure. Diese Membranen spielen eine Schlüsselrolle. Sie trennen im Inneren der Systeme die Reaktionsräume voneinander und sorgen gleichzeitig dafür, dass nur bestimmte Teilchen – etwa Protonen – hindurchwandern können. So ermöglichen sie die kontrollierte Umwandlung von Wasserstoff in elektrische Energie – oder umgekehrt die Herstellung von Wasserstoff durch Elektrolyse.

Was auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, entpuppt sich als echte Hightech: Hauchdünne Kunststofffolien werden mit feinsten Katalysatorschichten versehen, die unter anderem winzige Partikel aus Platin oder Iridium enthalten. Dabei ist jeder Schritt entscheidend – von der präzisen Beschichtung, teils von Hand, teils mit speziellen Anlagen, bis hin zur detaillierten Prüfung von Struktur, Oberfläche und Dicke. Erst danach folgt der Praxistest in einer Laborbrennstoffzelle.

Die Forschung zielt darauf ab, Material und Beschichtung optimal aufeinander abzustimmen, um Wirkungsgrad und Lebensdauer zu verbessern sowie kostengünstigere Alternativen zu den derzeit benötigten Edelmetallen zu finden.

Im Austausch mit Prof. Wörner und Prof. Joost wurde deutlich: Hinter den Laborwänden steckt beeindruckende wissenschaftliche Expertise und großes Engagement. Die entwickelten Membranen sind ein entscheidender Baustein für leistungsfähige Brennstoffzellen und damit für eine klimafreundliche Energieversorgung. Damit aus vielversprechender Forschung konkrete Anwendungen werden, braucht es weiterhin gezielte Unterstützung und Investitionen.

Foto: Karen Emler
Foto: Karen Emler